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Review: intercharge network conference 2018

Die „intercharge network conference“ 2018 zeigt neue internationale Trends im Bereich digitale Mobilität.

Bereits zum sechsten Mal vernetzte der Elektromobilitätsspezialist Hubject die wichtigsten Player aus den Bereichen Mobilitäts-, Energie- und Technologiebranche auf der hauseigenen intercharge network conference (icnc).

Dieses Jahr fanden über 1.000 internationale Vertreter von Konzernen, Startups, Wissenschaft, Politik, Verbänden und Medien den Weg nach Berlin, welche als Stadt selbst ein Schaufenster für digitalisierte Mobilität ist. Unter dem Motto “Two Days to reinvent the Way we Move” diskutierten Fachleute aus drei Kontinenten, wie die Zukunft der Mobilität aussieht. Von Elektromobilität über autonomes Fahren, Connected Car und intelligente Energiemanagementsysteme – das Spektrum der Konferenz wurde dieses Jahr deutlich erweitert und spiegelt so das enorme Wachstum des Marktes wieder.

Übrigens: Jeder der etwas zum Thema “Moderne Mobilität” beizutragen hat oder dazu lernen möchte, kann sich unter icnc@hubject.com um eine Einladung zur nächsten icnc bewerben.

Und für alle die es – leider – nicht zur diesjährigen Konferenz geschafft haben, stellen wir in den kommenden Wochen – gegen eine kleine Servicegebühr – einer Reihe von Onlinevideos mit Insights, Interviews und Panelmitschnitten zu Verfügung. Daher: Dranbleiben – es lohnt sich.

 

“Erst wenn ein Auto selbständig in Städten wie Paris fahren kann, wird sich die Technologie durchsetzen.”
– Lior Sethon, Mobileye, an Intel Company

 

Die Auftaktkeynote kam von Lior Sethon von Mobileye, an Intel Company, dem Marktführer für autonomes Fahren. Lior referierte über die rasende Entwicklung der selbstfahrenden Fahrzeuge und die damit verbundenen Chancen und Risiken. Für das Funktionieren autonomer Fahrzeuge ist aus seiner Sicht der immer geforderte überall verfügbare mobile Internetzugang nicht zwingend notwendig. Die Autos agieren selbständig und basierend auf hypergenauem Kartenmaterial.

Dr. Hang Yin von der State Grid Corporation of China – dem größten Energieanbieter der Welt – ermöglichte einen intensiven Blick nach China, welches im Bereich der Elektromobilität weltweit führend ist. Hier arbeiten State Grid und andere Player mit Hochdruck am Ausbau der Ladeinfrastruktur und wollen im Jahr 2020 eine Ladesäulenabdeckung von 88 Prozent erreicht haben.

 

“Im Jahr 2020 werden Ladesäulen in China 88% des Marktes abdecken.”
– Dr. Hang Yin, State Grid Corporation of China

Einen Einblick in die Zukunft des kabellosen Ladens gab Thomas Nindl von Qualcomm, Innovationsführer im Bereich des statischen und dynamischen induktiven Ladens. Bei einem Test nahe Paris wurden zwei Fahrzeuge mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h mit 20 Kilowatt geladen. Dabei wurde sowohl das Vorwärts- und Rückwärtsfahren sowie das dynamische Auf- und Abfahren auf die Ladespulen untersucht. Diese Art des Ladens unterwegs könnte eine Lösung für Reichweitenprobleme sein.

Über das einfachere Laden sprach auch das anschließende Panel. Schlau und schnell war die Quintessenz der Diskussion über den US-amerikanischen Ladeinfrastrukturmarkt. Bei der Trendanalyse im Charging-Sektor waren sich Harmeet Singh von Greenlots, Dr. Rajit Gadh vom UCLA Smart Grid Energy Research Center, Eric Bach von Lucid Motors und Obrie Hostetter von Hubject einig: Smart und High Power Charging werden den US-Wettbewerb maßgeblich prägen. Die Vorreiterrolle hat hier wie immer vor allem ein Bundesland für sich beansprucht: Kalifornien.

 

“Wir müssen es für die Fahrer einfacher machen. Innovationen wie Plug&Charge gehen in die richtige Richtung.”
– Dr. Rajit Gadh, UCLA

 

Audi setzt mit dem neuen “e-tron” genau auf diese Vereinfachung. Dr. Alexander Schuller von Audi gab interessante Einblicke aus der Automobilherstellerperspektive auf den Technologietrend Plug&Charge und die Verwendung der zugehörigen ISO 15118.

 

Hubject bietet  als einer der ersten Player wichtige Teile des Plug & Charge Ökosystems an. Damit übernimmt Hubject eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung und Verbreitung des ISO 15118 Standards.”
– Dr. Alexander Schuller, Audi

 

Zum Abschluss beleuchteten Jan Aengenvoort von Next Kraftwerke, Andrei Rotaru von EnergiMine und Val Miftakhov von eMotorWerks die Energiewelt der Zukunft. Das Handeln von grüner Energie über Blockchain, effiziente Netzwerkauslastung dank virtueller Kraftwerke und Smart Charging. Zu vielem gibt es bereits funktionelle Ansätze. Schnell wurde aber klar: Zum tatsächlichen Shift gehört mehr als nur Technologie – ohne progressive regulatorische Rahmenbedingungen und profitable Geschäftsmodelle wird es nichts mit Energiewende.

 

 

Fazit
Die intercharge network conference (icnc) 2018 war ein großer Erfolg. Nicht nur was die Zahlen angeht. Sie ist mit über 1.000 Teilnehmern die weltgrößte Konferenz zu eMobility. Es gab auch wieder zahlreiche Denkanstöße und Impulse für den Markt. Der Begriff “digitale Mobilität” ist noch längst nicht abschließend mit Leben gefüllt. Die Branche befindet sich auch einem spannenden Weg. Den nächsten Zwischenstand gibt es spätestens beim icnc 2019 in Berlin.